Anschlüsse und Signale
Im Folgenden wird Euch ein überblick über die verschiedenen
Anschlüsse und Signale bei der Videoübertragung gegeben. Komplizierte
Zusammenhänge werden hierbei allgemeinverständlich dargestellt.
Grundsätzlich wird bei den übertragungsmethoden zwischen digitaler und
analoger übertragung unterschieden. Auf dieser Differenzierung basiert
auch die Einteilung dieser Seite.
Analog vs. Digital
Bei der analogen Datenübertragung wird in den jeweiligen Kabeln ein
Signal übermittelt, welches innerhalb eines bestimmten Bereiches jeden
beliebigen Wert annehmen kann. Im Gegensatz dazu kann ein Signal bei
der digitalen Datenübertragung nur ganz bestimmte Werte annehmen (z.B.
0 oder 1). Aus den Unterschieden in der Signalübertragung erwachsen die
verschiedenen Eigenschaften der übertragungsarten: während bei analoger
übertragung bei Störungen auch noch Daten empfangen werden können (z.B.
Bildstörungen oder Tonrauschen) findet bei digitaler Datenübertragung
eine Datentransport entweder statt, oder auch nicht. Man hat bei
Digitalübertragung also entweder genau die Information, die der Sender
übermittelte, oder gar keine Information (solange keine
Fehlerkorrekturbits zum Einsatz kommen). Dafür dass bei analoger
übertragung zwar auch bei Störungen ein Information (z.B. Bild oder
Ton) wiedergegeben kann, ist es bei dieser Technik nicht möglich 1:1
Kopien von Informationen anzufertigen (mit jeder übertragung nimmt das
Rauschen, also die Störung, zu).
Fazit Analog vs. Digital
Bei analoger Datenübertragung kommt es stets zu Signalstörungen,
welche allerdings für die meisten Anwendungsbereiche irrelevant sind.
Digitalübertragungen ermöglichen jedoch eine störungsfreie übermittlung
von Inhalten.
Analoge Signalquellen
Im Laufe der Zeit hat sich bei den analogen Signalquellen eine
Vielzahl von Anschlüssen verbreitet, die populärsten unter ihnen sind:
- FBAS / Composite / CVBS (meist gelber Cinch Stecker)
- S-Video (Y/C-Video) / 4poliger Hosiden-Stecker (Mini-DIN)
- RGB-SCART Anschluss
- YUV-Komponenten-Anschluss / Y-Pb-Pr (Grün/Blau/Rot)
Die am weitesten verbreitete Anschlussart ist der
Composite-Anschluss (FBAS). Vom technischen Aspekt betrachtet überträgt
dieser jedoch das qualitativ minderwertigste Signal. Hingegen bietet
der S-Video Anschluss schon eine höhere Signalqualität, da die
Helligkeits- und Farbsignale separat übertragen werden. Bei der
RGB-SCART Verbindungsart werden sogar alle drei Farbsignale (Rot, Grün
und Blau) einzeln übertragen. RGB-SCART ermöglicht außerdem die
übertragung eines Audiosignals, wodurch er sich zur beliebtesten
Verbindungsart entwickelte.
Im gehobenen Preissegment trifft man auf den YUV-Komponenten
Anschluss. Dieser stellt die beste analoge Verbindungsart zur
übertragung von Videosignalen dar. Das Signal wird nicht wie bei SCART
in die drei Grundfarben aufgeteilt, sondern wird aus einem Helligkeits-
und Farbabweichungssignal von Grau auf einer Blau-Gelb-Skala und einer
Rot-Türkis-Skala erzeugt.
Digitale Signalquellen
Die digitale Videoübertragung hat in den letzten Jahren sehr an
Popularität gewonnen. Für eine solche übertragung stehen folgende
Anschlussarten zur Verfügung:
- DVI (Digital Visual Interface)
- HDMI (High Definition Multimedia Interface)
- YUV-Komponenten Anschluss / Y-Cb-Cr (Grün/Blau/Rot)
Die DVI Schnittstelle wird bei modernen Fernsehgeräten immer weiter
in das Abseits gedrückt, setzt sich allerdings bei den Projektoren
durch. Bei Fernsehgeräten findet stattdessen der HDMI Anschluss
vermehrt Verwendung. Hiermit kann nicht nur das Bild, sondern auch ein
digitales Tonsignal übertragen werden. Der Y-Cb-Cr Anschluss stellt
schließlich eine Weiterentwicklung des Y-Pb-Pr Anschlusses zur
digitalen Datenübertragung dar.
Die Qualität der über die beschriebenen Anschlussarten übertragenen
Datensignale weist logischerweise keinen Unterschied auf, es kann
jedoch hardwarespezifisch zu Konfigurationsproblemen kommen. So stellte
in der Vergangenheit mitunter die übertragung von Audio über HDMI ein
Problem dar, da diverse Geräte zwar dafür ausgelegt waren, es aber zu
einer fehlerhaften Implementierung kam. Aus diesem Grunde sollte man
vor dem Kauf auch sichergehen, dass der zukünftige Fernseher auch
tatsächlich Sound über HDMI unterstützt.
Solltet Ihr den Bau einer High Definition Heimkinoanlage
beabsichtigen, ist die einzige Verbindungsmöglichkeit zum Fernseher /
Projektor eine digitale übertragung. über analoge Anschlussarten ist
eine übermittlung von HD-Signalen leider nicht möglich (auch wenn viele
Fernsehsender immer wieder damit werben, dass eine bestimmte Sendung in
HD-Qualität übertragen wird). Nur wenn Ihr bereits in Besitz eines
HD-Receivers seid, habt Ihr auch tatsächlich die Möglichkeit, HDTV
Signale zu empfangen. übrigens ist es mit dem derzeit viel beworbenen
DVB-T Standard ebenfalls nicht möglich, HD Signale zu empfangen.
Fazit
Welcher Anschlussart man beim Kauf des Fernsehers oder Projektors
den Vorzug gibt hängt sehr stark von den Geräten ab, die man einsetzen
möchte oder bereits im Einsatz hat. Idealerweise besitzen viele moderne
Anzeigegeräte jedoch meist die wichtigsten Anschlüsse zur analogen bzw.
digitalen Datenübertragung. Da sich in Zukunft die digitale
Datenübertragung jedoch weiter durchsetzen wird, ist es ratsam bereits
jetzt seine Neuerwerbungen darauf abzustimmen. Denn was nützt einem der
beste Fernseher, wenn er mit dem Receiver von übermorgen nicht
kompatibel ist.
Vor dem Kauf sollte man sich nicht nur über die Produktqualität
ausführlich informieren und persönlich überzeugen, sondern auch die
Anschlussmöglichkeiten der Geräte testen. Hierfür könnte man mit einer
gut bekannten DVD (oder besser: Blu-ray disc) die Bildqualität
beurteilen und gleichzeitig die Kompatibilität erproben.
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